Das Bauwerk

Millionen Ziegelsteine, Tausende von keramischen, hölzernen und metallenen Elementen wurden hier eingebaut. Um sich den Ausmaß der dazu notwendigen Arbeiten sich vor Augen zu führen reicht es zu beachten, dass die meisten von ihnen per Hand erledigt werden mussten und dass die uns gut bekannte komplizierte Baumaschinerie, welche heute das Bild ähnlich großer Investitionen vom Anfang bis zum Schluss prägt, hier erst in Ansätzen präsent sein und nur wenige der Arbeitsabläufe ersetzen konnte. Erst aber der Ausmaß der durchgeführten Erdarbeiten beeindruckt wirklich: vom 60 Meter breiten und im Ganzen fast einen Kilometer langen nassen Graben mussten Hunderttausende kubischen Metern der Erde ausgehoben und auf der über 3 ha umfassenden Fläche kunstgerecht verteilt sowie verdichtet werden. Zum Beförderungszwecke konnte man zwar auf mehrere einfachere Anlagen, wie Seilaufzüge oder Baubahn, zurückgreifen, doch die meisten Aushubarbeiten mussten doch von vielen, bloß mit Schubkarren und Spaten ausgerüsteten, Menschen bewältig werden. Man zog zu diesen Arbeiten die Häftlinge aus dem nahen Gefängnisse in Sonnenburg. Die Mauerarbeiten waren dagegen von Handwerkern ausgeführt, selbst ihre Qualität gibt Kunde davon. Der Gewohnheit der Zeit gemäß wurde auch für die estetische Seite des Unternehmens gesorgt. So wurden die Fassaden mit Pilastern und historischen Verzierungen der Begrünungen versehen. Im Innern entfalten heute estetische Wirkung auch zahlreiche, ursprünglich rein technisch bedingte, Aussparungen, Kreuzungen und Übergänge der Tongewölben mit der verblüffenden Ornamentik der darin eingemauerten Ziegelsteinen.

Die Geschicklichkeit, mit welcher man auf einfache doch wirksame Weise die technischen Probleme löste, beeindruckt nicht minder. Nach dem seit XVII Jh. bekannten Brauch beließ man an den abschüssigen Flächen die ''Bermen'', also kleine horizontalen Bretter, welche die Eskarpen teilten und etwas Platz  für das von ihren oberen Bereichen schrittweise herabfallendes Erdgut boten. Für die Stabilisierung der Aufschüttungen sorgte auch die Belegung ihrer Flächen mit dem Rasen, die von der örtlichen Bevölkerung gegen Bezahlung geliefert wurde. Für die Entwässerung der von den Wällen umschlossenen Flächen innerhalb der Schanze, welche dem Wasser keinem Abfluss boten, hat man dort mehrere Sammelbrunnen platziert. Gegen das durchsickernde Wasser hat man auf die Außenflächen der Gewölben den geometrischen Muster der Abflussflächen (''Dosdanierung'') eingemauert, welche es außerhalb der Decke bzw. zu speziellen, durch Pfeiler der darunter gelegenen Konstruktion geführten Entwässerungsschächten abführten. Für Ventilation der Räumlichkeiten sorgte der Raster der in Wänden und Gewölben geführten und Reihen der Entlüftungslöcher verbindenden Schächten, welche dank den Temperaturunterschieden und Gewichtunterschieden zwischen den verschiedenen Luftschichten in den bis zu 3,75 m hohen Räumen für die laufende Luftbewegung sorgten und bei der Lüftung das verbrauchte heiße Luft gleichmäßig aus dem ganzen Raum zu vertikalen aus keramischen Rohren bestehenden Schächten aufsaugen konnten, welche sie dann über die Erdbedeckung ausführten. Die Wärme lieferten die in Durchgängen zwischen den Kasernenräumen aufgestellten Kamine die jeweils zwei benachbarte Kammer beheizten; in kleineren, getrennten Räumen heizte man mit kleineren in speziell dazu vorgesehenen rechteckigen Wandnischen aufgestellten eisernen Öfen. Aus dem Erdmassiv des Forts ragen noch an mehreren Stellen die dazugehörigen massiven ziegelnden Schornsteine. Die Isolierung der Räume wurde durch Auskleidung der Wände und Gewölbe mit der Schicht der hohlen Ziegeln erreicht. Bei dem Fehlen der Elektrizität (eine selbständige Stromquelle, welche in modernisierten Forts üblich war, bekam Gorgast wegen seinem veralteten Stand und offensichtlicher Zweitrangigkeit niemals, erst während des I WK bekam er einen normalen Kabelanschluss) waren für die Beleuchtung vermutlich Karbidlampen vorgesehen, jedenfalls bestehen die dazu vorgesehenen halbrunden Wandnischen in mehreren Bauten, sowie charakteristische zum Aufhängen der Lampen bestimmte Gerüste, welche aus den Frontwänden mancher Bauten ausragen.

Von unzähligen ''beweglichen'' Metallteilen, welche für die Pracht des Werkes sorgten, sind die meisten bis heute verschwunden. So manche der ''überflüssigen'' eisernen Tore und Türe, die Mehrheit geschmiedeten Hindernsgitter, alle schweren Fensterladen etc. Auf diesem Gebiet lässt sich zunächst an das Vorstellungsvermögen des Besuchers appellieren, was aber sofern erleichtert wird, dass manche belehrsamen Beurelikte (z.B. Gewölbeaussparungen für Torflügel) von der ursprünglichen Präsenz des heute Fehlenden zeugen.